Rede von Matthias Eckmann, SPD, Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion in Friedrichshafen, bei der Gegenkundgebung zur AfD-Veranstaltung am 7. Okt. 2025 in Kluftern
Liebe Freund:innen, liebe Demokrat:innen,
ich freue mich, dass ihr heute hier seid – bei diesem Gegenprotest gegen die Veranstaltung der AfD.
Und ganz ehrlich: Eigentlich müsste ich über die Nutzung von erneuerbaren Energien hier heute gar nicht lange reden.
Denn wir alle wissen: Erneuerbare Energien sind sinnvoll, notwendig und längst auch wirtschaftlich die günstigste Form der Energiegewinnung.
Es braucht heute keine Grundsatzdebatte mehr darüber, ob wir Wind- und Solarenergie brauchen – diese Debatte haben wir längst geführt. Der Strom aus erneuerbaren Quellen ist heute schon günstiger als fossile Energie. Punkt.
Und es braucht auch keine künstlich geschürten Ängste, wie sie die AfD verbreitet. Das Bild, dass hier am Bodensee plötzlich überall riesige Windräder gebaut würden, ist schlichtweg absurd. Niemand plant das – es ist eine bewusste Angstmacherei, um Stimmung zu machen, wo keine sein müsste.
Was wir stattdessen brauchen, ist, dass wir Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen.
Wir brauchen mehr Pragmatismus und weniger Blockade.
Denn es gibt längst gute Lösungen: Ein Beispiel ist Agri-Photovoltaik.
Landwirt:innen (oder jeder andere) sollen die Möglichkeit bekommen, auf ihren bestehenden Obstwiesen oder landwirtschaftlichen Flächen Solarenergie zu erzeugen, ohne die landwirtschaftliche Nutzung aufzugeben.
Würden wir allein im Bodenseekreis die vorhandenen Obstwiesen und Ackerflächen sinnvoll mit Agri-PV ausstatten, dann könnten wir den gesamten regionalen Strombedarf decken – und hätten sogar noch genug Energie übrig, um sie zu verkaufen. (und ob über einem Acker nun ein Hagelnetz oder eine Agri-PV hängt, ist meinem ästhetischen Empfinden nach ziemlich egal)
Das ist Zukunft: lokal, wirtschaftlich, klimafreundlich.
Und genau deswegen möchte ich meine Rede nicht damit verbringen, auf jeden einzelnen Unsinn der AfD zur Energiepolitik einzugehen.
Ich möchte darüber sprechen, dass ich es eigentlich traurig finde, dass wir heute hier stehen müssen.
Denn es gäbe so viel Wichtigeres, über das wir sprechen sollten.
Wir stehen als Gesellschaft vor gewaltigen Herausforderungen.
Wissenschaftlich ist längst klar, dass mehrere Kipppunkte des globalen Klimasystems überschritten wurden – zum Beispiel beim Abschmelzen des grönländischen Eisschilds oder beim Korallensterben (IPCC, 2023...)
Die Klimakrise ist real, drängend und betrifft uns alle.
Gleichzeitig spüren die Menschen hier vor Ort ganz konkrete Probleme:
- Steigende Mieten, die viele Haushalte belasten.
- Verkehrsprobleme in Friedrichshafen und der Region, tägliche Staus und unzureichender öffentlicher Nahverkehr.
- Eine angespannte wirtschaftliche Lage, bei der wir Schritt für Schritt nach vorne arbeiten müssen.
- Nicht modernisierte Kindergärten und Schulen (wobei Kitagebühren immer weiter steigen)
- Von der Rente und Krankenversorgung will ich gar nicht anfangen
Aber wir tun bereits jetzt etwas dagegen.
Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum: durch die Städtische Wohnbaugesellschaft (SWG),

