„Eine ahnungslose Bande von Banditen und Räubern“ – Autor und Ex-AfD-Wähler Hannes Kreschel zu Gast

Veröffentlicht am 03.10.2026 in Aktuelles

Folge 68 des SPD-Podcasts „Zwischendurch politisch“ von Matthias Eckmann und Werner Nuber erschien am Samstag, 3. Oktober – dem Tag der Deutschen Einheit – wie gewohnt als Video-Podcast auf Spotify und YouTube sowie als Audio-Podcast auf zahlreichen weiteren Plattformen. Im Mittelpunkt steht ein ausführliches Gespräch mit dem 23-jährigen Juristen, Buchautor und Social-Media-Aktivisten Hannes Kreschel aus Sachsen-Anhalt.

Kreschel, der mit seinem Buch „Wutbürger.exe“ (Trabanten Verlag) bundesweit auf Montagsdemos und anderen Protesten mit Rechtsextremen ins Gespräch kommt, berichtete offen davon, dass er selbst mit 16 Jahren bei seiner ersten Kommunalwahl die AfD gewählt hatte – beeinflusst durch sein familiäres Umfeld. Im Gespräch ordnete er die politische Lage in seinem Heimatland Sachsen-Anhalt nach der jüngsten Landtagswahl ein, sprach über die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten, die angekündigte Kandidatur von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund für das Amt des Ministerpräsidenten sowie die Vetternwirtschaftsaffäre um AfD-Mitarbeiter:innen auf Minijob-Basis.

„Ich hoffe, dass die AfD am Ende sich als das entpuppen wird, was sie ist – nämlich eine ahnungslose Bande von Banditen und Räubern“, sagte Kreschel im Podcast. Komme die Partei an die Macht, werde sie sich „den Staat zur Beute machen“. Den etablierten Parteien riet er, sich ehrlich zu machen und offen aufzuarbeiten, was in den vergangenen Jahren falsch gelaufen sei.

Zu Beginn der Folge blicken Eckmann und Nuber auf die vorangegangene, viel beachtete Episode mit den Gästen aus der Partnerstadt Horishni Plavni zurück: Die Rückmeldungen seien überwältigend dankbar gewesen, berichten die Hosts – auch nach der Rückkehr der Frauen in die Ukraine habe man sich weiter ausgetauscht. Bereits in rund einem Monat soll die nächste Hilfsfahrt nach Horishni Plavni starten: Zwei von der Stadt Friedrichshafen gestiftete Mannschaftstransporter der Feuerwehr sollen von einer Gruppe junger Erwachsener – überwiegend Studierende, die Eckmann an der Universität rekrutiert hat, gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Brücke nach Horishni Plavni e.V. – in die Ukraine gebracht werden. Wer die Fahrt unterstützen möchte, kann dies über das Spendenkonto des Vereins tun:

Empfänger: Brücke nach Horishni Plavni e.V.
IBAN: DE17 6905 0001 0026 8706 67
Stichwort: Ukraine-Hilfe

Kommunalpolitisch geht es unter anderem um den Bahnhaltepunkt Löwenthal: Die Sanierungskosten sind von ursprünglich rund 2,5 auf mittlerweile 6 Millionen Euro gestiegen, der städtische Anteil auf rund 1,2 Millionen Euro. Nach einer einstündigen, kontroversen Debatte im Gemeinderat wurde die Entscheidung zur weiteren Klärung offener Fragen in den Ausschuss zurückverwiesen. Beschlossen ist dagegen der Umbau der historischen Kaserne im Fallenbrunnen zur neuen Albert-Merkel-Schule samt Kindergarten – finanziert zu einem großen Teil aus dem Sondervermögen des Bundes. Auf den Weg gebracht wurde zudem ein Neubauprojekt der städtischen Wohnbaugesellschaft in der Paulinenstraße: 54 geförderte Wohnungen zu einer Durchschnittsmiete von 9,50 Euro pro Quadratmeter sollen dort entstehen.

Mit Blick auf die Wahl in Berlin ordnen die Hosts außerdem die wieder aufgeflammte Debatte um die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne ein – bei der Bewertung des Instruments gehen ihre Einschätzungen auseinander, einig sind sie sich aber, dass bezahlbarer Wohnraum vor allem durch mehr Neubau entstehen muss.

Als Lowlights der Woche nennen die Hosts die jüngste Gemeinderatssitzung, das aus ihrer Sicht wenig überzeugende Statement von CDU-Chef Friedrich Merz nach den jüngsten Landtagswahlen sowie die erneut hohen Ergebnisse der AfD. Nuber kritisiert zudem, dass ein Annäherungsversuch Richtung Moskau von russischer Seite brüsk zurückgewiesen wurde. Als Highlights gelten unter anderem das Ergebnis der SPD unter Manuela Schwesig bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, wo trotz starker AfD eine klare demokratische Mehrheit bestehen blieb, der Einzug der früheren ZU-Kommilitonin Coco Aglibut für die Linke ins Berliner Abgeordnetenhaus sowie der Besuch von Hannes Kreschel am Bodensee. Als Song empfiehlt Eckmann „Von hier an blind“ von Wir sind Helden.

 

„Zwischendurch politisch“ erscheint als Video-Podcast auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Audio-Podcast auf zahlreichen weiteren Plattformen. Folge 68 ist ab Samstag, 3. Oktober, abrufbar.

 

Kontakt Podcast: podcast@spd-friedrichshafen.de | Instagram: @zwischendurch_politisch