Salon Rouge diskutiert über Stadtverkehr

Veröffentlicht am 20.06.2025 in Aktuelles

Beim vergangenen Salon Rouge des SPD Ortsvereins ging es um den Stadtverkehr. Magdalena Linnig, Geschäftsführerin des Stadtverkehrs Friedrichshafen, stellte diesen vor und erläuterte die Erfolge und Probleme, die es seit der Ausweitung des Angebotes im Januar 2024 gibt. Zunächst stieg Linnig mit der Entwicklung der Pünktlichkeit ein. Diese lag im Dezember 2024 bei 94,5%. „Das ist ein Wert, mit dem wir deutlich besser dastehen als zu Beginn des Jahres 2024“, sagt Linnig. Gerade in der Anfangszeit habe es unter anderem an der nötigen Streckenkenntnis aufgrund des deutlich ausgebauten Fahrplans gefehlt, um diesen einhalten zu können. Zusätzlich traten Probleme mit der Fahrzeug-Hardware auf: Die Datenantennen der Busse sendeten nicht rechtzeitig. Durch weitere Schulungsmaßnahmen und der Behebung der technischen Schwierigkeiten konnte die Pünktlichkeit deutlich verbessert werden.

Auf die aktuell ca. 10800 Fahrgäste pro Tag kommt perspektivisch eine Fahrplananpassung zu. Nach dem Beschluss des Gemeinderates zum Lärmaktionsplan, wird die Geschwindigkeit auf vielen Straßen in Friedrichshafen auf 30 km/h beschränkt. Das führt auch beim Bus zu einer Verlängerung der Fahrzeit und zu weniger Möglichkeiten Verspätungen wieder einzuholen. „Die Anpassung des Fahrplans ist mehr als nur eine Verlängerung der Fahrzeiten. Wir müssen darauf achten, dass Anschlüsse und Umläufe weiterhin funktionieren. Das ist ein komplizierterer Prozess“, erklärt Linnig. Der Bedarf an zusätzlichen Fahrzeugen und Fahrern steige und führe zu höheren Kosten. 

Der anschließende Austausch begann mit der Frage nach der Zukunft des RABus-Projektes, bei dem autonome Shuttles zwischen dem ZF-Forum und dem Klinikum eingesetzt werden. Linnig findet, dass das Projekt ein Erfolg gewesen sei und einige Menschen das Shuttle in ihren Alltag integriert hätten. Zuletzt habe es sogar einen Austausch mit Aufgabenträgern aus anderen Bundesländern gegeben, die das Pilotprojekt aus Friedrichshafen als gutes Vorbild angesehen haben. Die Förderung des Projektes laufe im Juni aus. Damit werden auch die Shuttle-Fahrten wieder eingestellt.

Eine Besucherin aus Friedrichshafen-Ost beklagte sich über die neue Linienführung der Linie 6. Die längeren Fahrzeiten und knapperen Umsteigezeiten am Stadtbahnhof sorgten für eine Verlängerung der Gesamtreisezeit auf ihrem Weg in Richtung Ravensburg. Zudem sei an der Haltestelle Seewiesen kein Wetterschutz gegeben. Linnig verweist hier auf die Wirtschaftlichkeit der Angebote, die sichergestellt sein müsse. Diese gebe, auch durch die Kombination mit dem parallelem Regionalbusangebot, die derzeitige Situation der Linie 6 her. Das Thema Wetterschutz an einzelnen Haltestellen sei komplex, werde aber von Linnig mitgenommen.

Aus dem Publikum kam bezüglich der fortschreitenden Digitalisierung des ÖPNV-Angebots eine Idee. Die ePaper-Displays, die normalerweise an den Haltestellen die Abfahrten der Busse in Echtzeit anzeigen, könnten im Gefahrenfall zur Übermittlung von Informationen genutzt werden. Gerade weil Friedrichshafen noch nicht über ein Sirenennetz verfüge, sei es sinnvoll diese Möglichkeit zu nutzen. Linnig reagierte positiv auf diese Idee und erwähnte zugleich, dass geplant sei ePaper-Displays an weiteren Haltestellen zu errichten.

Zum Stadtverkehr und weiteren Angeboten im ÖPNV will der Ortsverein weiterhin im Austausch bleiben. Das Ziel dabei muss sein, Menschen schnell, günstig und sicher von A nach B zu bringen. Der Bus ermöglicht Mobilität für alle.