Die „Landshut“ als ein Zeichen für wehrhafte Demokratie

Veröffentlicht am 22.01.2021 in Pressemitteilungen

Friedrichshafen – 19.01.2021

Im ersten digitalen „Salon Rouge“ stand das Thema „Die Landshut ein Zeichen wehrhafter Demokratie“ im Fokus. In der seit Jahren bestehenden Diskussionsrunde des Ortsvereins der SPD Friedrichshafen beschäftigten sich die Teilnehmer*innen, darunter etliche Zeitzeugen*innen der Landshut-Entführung, mit der Frage, was eine Flugzeugentführung von 1977 mit Demokratie zu tun hat.

Die SPD Friedrichshafen hat als Referent zu diesem hoch aktuellen Thema Martin Rupps, Politologe und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des „Landshut“-Projektes, eingeladen. Seinen Vortrag begann Rupps mit der „Kleinheit des Flugzeuges“ und zeigte auf, wie eine Restauration der Landshut als Museumsobjekt machbar ist. Den Bogen spannte er über die Entführung des Flugzeuges, welche die erste mediale Entführung in Deutschland durch Terroristen war. „Die Landshut ist ein ikonographisches Bild. Es kommt nicht oft vor, dass ein Bild über zukünftige Generationen hinweg seine Bedeutung beibehält.“ So sei durch die drei Jahre der Unklarheit, seitdem die Landshut in Friedrichshafen ist, der Wunsch gewachsen, sich mit dem Thema des Deutschen Herbstes von 1977 auseinander zu setzen. An das Museumskonzept der wehrhaften Demokratie stellt er dabei eine klare Anforderung: „Neue Generationen, die von der Landshut und der RAF nichts wissen, müssen abgeholt werden.“

 

In der anschließenden Diskussion meldeten sich viele Teilnehmer*innen zu Wort. So auch Dr. Sabine Dengel, Leiterin der Projektgruppe „Politische Bildung und Kultur" bei der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn. „Die breite Öffentlichkeit zeigt ein sehr großes Interesse. In nicht zu ferner Zeit wird es weitere Informationen geben“, berichtet sie zu dem aktuellen Stand. Es sei eine umfangreiche Konzeption erforderlich, um ein Museum der Demokratie zu entwickeln. „Schulklassen können anhand der Landshut die wehrhafte Demokratie erfahren. Dies wird immer wichtiger und präsenter“, äußert sich SPD-Landtagskandidatin Jasmina Brancazio positiv. Verschiedene Zeitzeugen*innen der Landshut Entführung befürworten das Vorhaben eines Museums. „Viele Menschen in Friedrichshafen und der Region stehen für das Projekt“, erklärt Norbert Zeller, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Gemeinsam mit Landrat (Bodenseekreis) Lothar Wölfle hat er die Initiative für einen unabhängigen Unterstützerkreis für ein Museum der Deutschen Demokratie in Friedrichshafen ergriffen. Die Standortwahl nannte Martin Rupps „unorthodox, aber glücklich“. Friedrichshafen bringe verschiedene Vorteile mit sich: die Stadt liege im Dreiländereck, Baden-Württemberg sein ein hauptbetroffenes Bundesland des Deutschen Herbstes gewesen und mit den bestehenden Museen gebe es eine vorhandene Infrastruktur, aber keine Konkurrenz untereinander. „Wir erleben aktuell, dass Demokratie in Frage gestellt wird. Das Projekt Landshut ist ein wichtiges Symbol, ein Ort des Sehens und Erkennens“, wird SPD-Kreisvorsitzender Leon Hahn deutlich. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass es eine Bildungsstätte mit der Auseinandersetzung der heutigen Herausforderungen der Demokratie werden solle. Tabea Kuhlmann, Vorsitzende des Häfler-Jugendparlaments bezeichnete sich selbst als „das junge Gesicht des Abends“. Dabei sprach sie sich für interaktive und interessante Darstellungen im Museum aus: „Es soll gezeigt werden, dass Demokratie verletzlich ist und wir sie positiv formen können.“

 

i: Der „Salon Rouge“ ist eine Diskussionsrunde des Ortsvereins der SPD Friedrichshafen zu aktuellen Themen. Der nächste findet digital am Dienstag, 16.02.2021 um 20 Uhr mit dem Thema „Wieviel ist uns Bildung wert?“ statt. Referent ist Andreas Stoch, ehemaliger Kultusminister und Spitzenkandidat der SPD bei der Landtagswahl. Es sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Link wird im Voraus auf der Homepage spd-friedrichshafen.de veröffentlicht.

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